Die Rauhnächte
Schon seit ewigen Zeiten werden diese Tage beziehungsweise Nächte von Heiden und Hexen begangen. Es handelt sich um die 12 Tage/Nächte „zwischen den Jahren“ und dienen dem Rückzug und der Beschäftigung mit sich selbst.
Entstanden sind die Rauhnächte durch die Umstellung der Zeitangabe. Man folgte plötzlich nicht mehr dem Mond, sondern der Sonne. Da der Sonnenkalender 12 Tage mehr hat, kam man so zu den 12 Tagen „zwischen den Jahren“. Die Heiden wussten anfangs nichts mit den zusätzlichen Tagen anzufangen. Die jährliche Arbeit war getan, die Ernte eingebracht. So wurden die Tage zu einer Zeit der Besinnung. Das Jahr wurde reflektiert, Pläne für das neue Jahr wurden geschmiedet.
So saß man allabendlich beisammen am Feuer, erzählte Geschichten, aß und trank gemeinsam und räucherte verschiedene Mischungen. Das Feuer und der Rauch spielen in diesen Nächten eine große Rolle. An diesen 12 Tagen / Nächten wird nämlich sehr viel geräuchert. Dadurch entstand im Übrigen auch der Name dieser Nächte: RAU(C)HNÄCHTE!!
Wie schon erwähnt, werden diese Tage beziehungsweise Nächte auch heute noch von den Anhängern des Alten Glaubens begangen. Traditionell feiert man sie vom 21./22.12. bis zum 02./03.01. In christlich-orientierten Kreisen kann man sie auch vom 24./25.12. bis zum 05./06.01. feiern
Jede Rauhnacht steht unter einem bestimmten Thema:
(Das Thema kann variieren, je nach Quelle.)
1. Rauhnacht: Ahnen, Wurzeln, Herkunft (24./25.12.)
In dieser Nacht besinnt man sich auf seine Herkunft. Man reist zurück zu den Wurzeln, zum Anfang, zu den Ahnen. Wer bin ich? Wo komme ich her? Warum bin ich?
2. Rauhnacht: Verbindung zur höheren Quelle (25./26.12.)
In einer Meditation reist man zu seiner persönlichen „Höheren Quelle“ und arbeitet mit ihr.
3. Rauhnacht: Die Power des Herzens (26./27.12.)
Man geht der Frage nach, welche Sehnsüchte man hat und sucht nach Möglichkeiten, um diese eventuell zu erreichen.
4. Rauhnacht: Wandlung und Entwicklung (27./28.12.)
In dieser Nacht wird Vergangenes reflektiert. Was war? Welche Gefühle kamen hoch?
5. Rauhnacht: Herzensverbindungen (28./29.12.)
Die Nacht steht im Zeichen der Herzensverbindungen und ihrer Akzeptanz. Herzensverbindungen können beispielsweise Verbindungen zu Menschen/Gleichgesinnten sein, aber auch zu Orten, an denen man sich wohlfühlt.
6. Rauhnacht: Reflektion und neue Entscheidungen (29./30.12.)
Wie in der 4. Rauhnacht wird reflektiert. Allerdings nicht ganz auf dieselbe Art und Weise.
In dieser Nacht überlegt man, was geschehen ist. Welche Vorgänge sind abgeschlossen, welche wirken noch und welche müssen noch weiterwachsen?
7. Rauhnacht: Zeit für dich (30./31.12.)
In dieser Nacht beschäftigt man sich mit sich selbst. Dies kann man in einer Meditation gut umsetzen. Aber auch, indem man sich beispielsweise vor einen Spiegel setzt und sich circa fünf Minuten einfach nur betrachtet – ohne Wertung, ohne negative Gedanken.
8. Rauhnacht: Neubeginn, Übergang (31.12./01.01.)
In dieser Nacht bereitet man sich auf den Start in das neue (Sonnen)Jahr vor. Dazu räuchert man das gesamte Haus beziehungsweise die gesamte Wohnung aus. Jeder Raum, jede Ecke, jeder Flur. Zuletzt kehrt man die gelöste Energie des letzten Jahres durch die Haustür beziehungsweise Wohnungstür hinaus. Somit ist wieder Platz für die Energien des neuen Jahres und alles, was kommen mag.
9. Rauhnacht: Schutz und Grenzen (01./02.01.)
Um sich und seine Familie zu schützen, zieht man einen Schutzschild mittels eines vollständigen Rituals um sich, seine Lieben und das eigene Haus.
10. Rauhnacht: Vertrauen auf das Neue (02./03.01.)
Es geht um eine Art „Urvertrauen“; das Vertrauen, dass schon alles gut wird.
Niemand weiß, was kommt und was als nächstes passiert. Doch um ein glückliches Leben führen zu können, sollte man einfach darauf vertrauen, dass „alles gut wird“.
Und wenn nicht? Dann sollte man darauf vertrauen, dass man auch diese Hürde meistert.
11. Rauhnacht: Fülle und Vollendung (03./04.01.)
Dieses Thema kann man darstellen, indem man beispielsweise ein Mandala erstellt, was eine recht meditative Arbeit ist. Hierzu werden Dinge verwendet, die man zuvor in der Natur gesammelt hat. Tannenzapfen, Blätter, Blüten, Nüsse, Eicheln, und so weiter.
Es gibt aber auch vergleichbare Tätigkeiten, wie zum Beispiel ein Bild malen oder einer Handarbeit nachgehen.
12. Rauhnacht: Segen und Dank (04./05.01.)
In dieser Nacht kann man zum einen eine kleine Meditation machen, um zu überlegen, wofür man dankbar ist. Im Anschluss daran, spricht man diesen Dingen und Menschen seinen Segen und Dank aus.
Zum anderen kann man dieses Ritual auch nutzen, um seine Ritualgegenstände beziehungsweise Hexenwerkzeuge für das neue Jahr zu weihen.
13. Rauhnacht: Der Heilige Gral (05./06.01.)
Die 13. Rauhnacht gehört eigentlich nicht mehr zu den traditionellen Nächten. Dennoch begehe ich, persönlich, sie sehr gerne. In dieser Nacht reflektiere ich die vergangenen 12 Nächte, schaue mir meine Notizen dazu noch einmal an und lasse alles nachwirken.
Im Anschluss daran reise ich in einer Meditation zu meinem inneren Heiligen Gral und lasse mich von seiner Macht durchfluten, um gestärkt ins „neue Jahr“ zu starten.
Wie schon gesagt, können die Bezeichnungen und Rituale je nach Quelle variieren. Die oben genannten Rituale und Bezeichnungen sowie die Daten basieren auf dem Buch „Rauhnächte und die Kraft der Runen“ von Antara Reimann und Peter Eckel (unbezahlte Werbung), mit dem ich sehr gerne die Rauhnächte begehe.
Abschließend ist noch zu sagen, dass die Raunächte mit allen Ritualen und Meditationen eine sehr schöne, aber auch energetisch anspruchsvolle Zeit sind. Auch wenn man an einigen Tagen etwas schlapp ist, aufgrund der energetischen Arbeit, geht man doch geklärt und gestärkt aus dieser Zeit hervor.