Kräuteranwendungen

Mit „Kräuteranwendungen“ sind die verschiedenen Darreichungsformen der jeweiligen Heilkräuter gemeint. Je nach Pflanzenteil unterscheiden sich auch die Anwendungsformen. Außerdem unterscheidet man die Arten der Anwendung abhängig davon, welchen Wirkstoff man aus der Pflanze ziehen möchte.

Im folgenden stelle ich Dir die gängigsten Kräuteranwendungen vor.

Tee

Beim Tee unterscheidet man drei Zubereitungsformen:

1.)    Infus (heißer Aufguss)
 Kräuter mit (kochend) heißem Wasser übergießen und 5-10min. ziehen lassen (manche Tees auch 3-5min.)
 
 

2.)    Dekokt (Abkochung)
 Kräuter mit kaltem Wasser ansetzen und bis zu 20min. kochen
 
 

3.)    Mazerat (Kaltauszug)
 Kräuter über Nacht (6-8 Stunden) in kaltem Wasser ziehen lassen und den Auszug vor Anwendung nach Bedarf erwärmen

Tinktur

Eine Tinktur ist ein sogenannter „Alkohol-Wasser- Auszug“. 
 Hierbei werden die Kräuter im Verhältnis 1:5 beziehungsweise 1:10 mit (zum Teil hochprozentigem) Alkohol angesetzt.

Wein

Kräuterweine werden in der Regel auch Portwein, Malaga oder Muscatel hergestellt.
 Hierbei werden ca. 30-50g Kräuter pro Liter im Wein ziehen gelassen und nach einer gewissen Zeit abgeseiht.

Frischpflanzenpresssaft

Dieser wird am besten mithilfe eines Entsafters hergestellt und immer frisch verabreicht.
 Zudem sollte er nicht gesüßt werden, da ansonsten womöglich die erwünschte Wirkungsweise verfälscht oder vernichtet wird. Er kann allerdings mit etwas Fruchtsaft genießbarer gemacht werden.

Sirup

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Wasser und Zucker. 
 Zur Herstellung werden die Kräuter in diesem Mix gekocht. Kräutersirup ist besser bekannt als „Hustensaft“.

Salbe/Creme

Diese beiden Darreichungsformen gehören zu den „halbfesten Erzeugnissen“. Sie sind sich sehr ähnlich und doch ganz unterschiedlich!
 Während eine Salbe lediglich eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Fetten und Ölen ist und einen wasserabweisenden Schutzfilm auf der Haut erschafft, ist die Creme eher streichzart und feuchtigkeitsspendend. Sie besteht aus Fetten und Wasser.

Ölauszug

Zur Herstellung eines Ölauszugs werden die Heilkräuter mehrere Wochen in einem Trägeröl ziehen gelassen (kalte Methode) oder im Wasserbad im Öl gekocht (heiße Methode).

Wickel/Auflagen

Ein Wickel/eine Auflage besteht zumeist aus drei Schichten: einem Innentuch, einem Zwischentuch und einem Außentuch. Das Innentuch wird in der Regel mit der Substanz (sprich dem Öl/dem Tee/der Salbe) versehen. Das Zwischentuch wird darübergelegt, um das Außentuch vor Verunreinigung zu schützen. 

Je nach Beschwerden variiert die Anwendungsform. Sie geht von kochend heiß bis eiskalt und hautreizend.

Bäder/Inhalationen

Um ein Bad oder eine Inhalation herzustellen, wird in der Regel lediglich ein heißer Aufguss/Infus dem heißen Wasser beigefügt.